|
Das Land Osttimor Am 20. Mai 2002 wurde Osttimor international als unabhängig anerkannt. Die UNO regierte dort zuvor zweieinhalb Jahre lang. So ermöglichten die Vereinten Nationen dem Land nach jahrhundertelanger Fremdherrschaft einen wirklichen Neuanfang. Bereits 1975 hatte Portugal seine ehemalige Kolonie Portugiesisch-Timor in die Unabhängigkeit entlassen. Die Freiheit nach 450-jähriger Kolonialzeit währte nicht lang: Mit Stillschweigen der USA marschierten am 7. Dezember 1975 indonesische Truppen in das Land ein. Die Amerikaner befürchteten damals ein zweites Kuba, proklamierten in Osttimor doch Marxisten die Unabhängigkeit. Auf die Annexion Osttimors folgten 24 Jahre Unterdrückung jeglicher Freiheitsbestrebungen mittels Polizei und Militär. Rund 200.000 Timoresen kamen durch Verfolgung und Vertreibung ums Leben. Nachdem am 30. August 1999 mehr als 78 Prozent der osttimoresischen Wähler für die Loslösung von Jakarta stimmten, erreichte die Gewalt ihren Höhepunkt. Die Armee und die Zivilverwaltung der Indonesier unterstützten dabei Milizen, die in ihrem Interesse mordeten und zerstörten. Rund 2.000 Menschen kamen dadurch ums Leben, mehr als 200.000 Osttimoresen wurden vertrieben. Die proindonesischen Milizen zerstörten zudem mehr als drei Viertel der gesamten Infrastruktur. Die Gewaltexzesse wurden endlich beendet, als der UNO-Sicherheitsrat Mitte September 1999 eine internationale Truppe entsandte. Geografische Angaben Lage: Timor ist die größte der Kleinen Sunda-Inseln, nördlich von Australien, von dem Kontinent durch die Timorsee getrennt |