Diavortrag von Thomas E. Hesse

Freitag, 17. März 2006 - 19 Uhr
München, Schwanthalerstraße 80 Rgb., »EineWeltHaus, Raum 108

Welche Chancen hat der Tourismus in Osttimor?
Was macht das Land für Reisende interessant?

Thomas Hesse berichtet über seine jüngste Reise dorthin und gibt dabei hilfreiche Tipps.

Tipps von Thomas Hesse:
Basis der Informationen, die ich hier gebe, ist der Reiseführer über Osttimor von lonely planet. Man kann ihn zum Beispiel über amazon.co.uk bestellen. Die Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten sind im großen und ganzen recht brauchbar; manche der praktischen Informationen sind allerdings überholt und/oder ergänzungsbedürftig. Das ist im Moment ein Grundproblem bei Informationen zu Osttimor, da das Land stark im Umbruch ist und der Abbau der UN-Präsenz den Effekt noch verstärkt. Es empfiehlt sich, die aktuellen Internet-Informationen abzurufen, z.B. bei www.lonelyplanet.com.

Da die Flüge nach und aus Dili ziemlich teuer sind, ist es eine Überlegung wert, über Kupang in Westtimor auf dem Landweg einzureisen. Die Tips im lonely planet dazu sind nach meiner Erfahrung korrekt, es funktioniert so wie beschrieben. Es gibt direkte Busse zwischen Kupang und Dili mit Zu- und Aussteigemöglichkeit in Atambua. Sie sind etwas teurer als die normalen Busse, aber schneller und bequemer. Da Westtimor kulturell interessant ist, kann man auf dem Weg auch einen Zwischenstop einlegen, z. B. in Soe. Marcelinus Besa ist ein guter Führer dort, ein Englischlehrer (guru Inggris), der in den üblichen Unterkünften bekannt sein sollte.

Auf meiner letzten Reise, der ersten im unabhängigen Osttimor, war ich, abgesehen von Dili, im Osten bis Tutuala, im Süden bis Viqueque und im Westen bis Maliana und Bobonaro. Touristisch am interessantesten fand ich den Osten. Basis hatte ich in Los Palos. In Tutuala kann man in der alten, etwas heruntergekommenen Pousada wohnen. Die grandiose Lage der Pousada macht den Zustand von Zimmer und Bad einigermaßen erträglich. Essen kann man in Tutuala in einem kleinen Privathaus oberhalb der Abzweigung des Weges zum Strand. Die Dame des Hauses hat dort ein kleines Restaurant eingerichtet. Der Strand mit der gegenüberliegenden Insel Jaco ist sehr empfehlenswert, der Weg dorthin allerdings mühsam. An einem Wochenende hat man allerdings die Chance, dass UN-Mitarbeiter mit Autos dort sind, die einen eventuell mitnehmen auf dem Rückweg. Traditionelle Häuser gibt es noch in dem Ort Moro. Dorthin kommt man am besten, indem man in Los Palos ein Auto mit Chauffeur mietet.


Viqueque fand ich als Ort selber nicht so interessant, jedoch soll es in der Nähe einen schönen Strand geben. Im Süden muss man angeblich auch auf Krokodile aufpassen. Die Landschaft auf der Fahrt nach Viqueque ist allerdings sehr schön.

In Maliana kann man ein bisschen spazieren gehen, zum Beispiel auf den Hügel oberhalb des Ortes hinter der kleinen Brücke mit schönem Ausblick und einem leider halb zerstörten Privathaus mit einem witzigen Garten. Am interessantesten ist es aber, am Markttag den Markt in Bobonaro zu besuchen.
In der Hauptstadt Dili kann ich noch das Hotel Vila Verde und sein Restaurant empfehlen. Im gleichen Straßenstück ist auch ein kleines indonesisches Restaurant, wo man zum Beispiel wunderbaren gegrillten Fisch essen kann.